Im Mai 2017 lancierte die Schweizer Nationalbank ihre nagelneuen, dreilagigen 20-Franken-Geldscheine. Vorne und hinten aus Baumwoll-Substrat gefertigt, im Innern mit Plastikfasern verstärkt. Ein Novum auf dem Finanzmarkt. Und so wurden der Bevölkerung – ebenso wie kürzlich beim neuen 50-Franken-Schein – mittels Werbekampagne »15 Sicherheitsmerkmale« eingehämmert, anhand derer echte von falschen Noten unterschieden werden können.

Umso auffälliger, dass die »EURion- oder Omron-Konstellation«. einmal mehr mit keiner Silbe erwähnt wird. Was das ist? Eine bereits vor 15 Jahren vom Informatiker Markus Kuhn entdeckte und von »mysteries« in Heft Nr. 4/2016 ausführlich beschriebene sternbildartige Anordnung von jeweils fünf identisch positionierten kleinen Kreisen, wie sie sich auch auf neuen Euro-Geldscheinen findet (siehe exakte Darstellung in besagter Magazin-Ausgabe). Diese unterbindet das Kopieren oder Drucken von Banknoten auf handelsüblichen Geräten. Nicht auf allen, aber auf vielen. Ebenso wie Photoshop-Software anhand des besagten Codes deren grafische Bearbeitung zu verhindern versucht.

Wieso verschweigen selbst unsere Mainstream-Medien besagtes Sicherheitsmerkmal weiterhin, obwohl der »EURion«-Code längst enttarnt ist? Steckt womöglich mehr dahinter als sogar Finanzexperten ahnen? »mysteries« bat die Schweizer Nationalbank um Auskunft. Die Antwort von Vizedirektor Walter Meier lässt tief blicken: »Die 15 kommunizierten Sicherheitsmerkmale des neuen 20-Franken-Geldscheins dienen der Öffentlichkeit dazu, die Echtheit der Noten zu verifizieren. Wir sind überzeugt, damit genügend Sicherheitsmerkmale zur Verifizierung zur Verfügung zu stellen. Weitere Merkmale sind für die Echtheitsprüfung der Note durch die Öffentlichkeit NICHT relevant und werden von uns NICHT kommuniziert und auch NICHT kommentiert.«